Zoom me up, Scotty

Die letzten Wochen des ersten reinen Online-Semesters brechen an. Und ich muss sagen: zum
Glück. 2020 schafft mich. Hatte ich doch nie ein Problem mit FOMO, der sogenannten „Fear Of
Missing Out“, bin ich 2020, dem einzigen Jahr, in dem die Welt still steht, vollkommen gestresst.
Ständig wandert mein Blick auf die sozialen Medien, in denen Jungs und Mädels teilen, wo sie
heute vor einem Jahr waren. Vor einem Jahr war mein Leben genauso wie es aktuell ist und
gestört hat es mich nicht. Nun muss ich mich für eine gewisse Zeit einschränken und siehe da, ich
drehe ab. Perfektes Timing. Da kam mir das Online-Semester sehr gelegen. Die romantische
Vorstellung die Quarantäne mit dem Schreiben von Hausarbeiten und Exposés zu verbringen, in
der Hoffnung, es würde mir schneller über die Zeit der Corona-Maßnahmen hinweghelfen, ist
rückblickend auch etwas naiv gewesen. Denn nun sitze ich hier und habe so viele Deadlines, dass
ich mich vor Abgabestress kaum noch retten kann. Und die Zeit vergeht auch nicht schneller.
Mich dünkt, ich habe einen schlechten Deal gemacht.
Der Tatsache geschuldet, dass ich die letzten Semester nicht viel in der Uni war, wollte ich dem
Ganzen ein Ende setzen und das digitale Semester nutzen, um die noch fehlenden Kurse vor dem
Bachelor aufzuholen. Was für ein Fehler. Denn das, was man sich an Fahrtzeiten zur Uni spart,
hole ich mir nun elegant durch doppelten Arbeitsaufwand für die aktive Teilnahme wieder rein.
Eine Präsentation hier, ein kurzer Essay dort und überall ständig diese kleinen schriftlichen
Antworten, die man zu jedem Text einreichen soll. Dafür, dass ich am Anfang noch so ambitioniert
war und stets jede freie Minute genutzt habe, um mich auf die Online-Kurse vorzubereiten, hat
mich meine Motivation doch recht schnell verlassen. Spätestens, als ich entdeckt habe, dass man
ja nicht mal wirklich aktiv anwesend sein muss, um an solchen Online-Kursen teilzunehmen,
schlich sich mein altbekanntes Prokrastinations-Muster wieder ein. Ein ausgeschaltetes Mikro in
Kombination mit einer deaktivierten Kamera stehen symbolisch für meine letzten drei Jahre an der
Uni. Wie war das noch? Ein gutes Pony springt nur so hoch, wie es muss? Nun, in diesem Fall bin
ich ein olympisches Pony.
Ich habe mir nie viel aus der Uni gemacht. War immer ein kleiner Hänger, der seine Zeit lieber fürs
Schreiben oder Schwärmen von einer Zeit nach dem Studium genutzt hat. Was passiert also,
wenn diese Einstellung auf ein Online-Semester trifft, dass zu 80 % auf ein Selbststudium
ausgelegt ist? Sagen wir so, Stand jetzt habe ich noch 90 Texte zu lesen, die ich theoretisch
schon die letzten Wochen hätte gelesen haben sollen und eventuell relevant wären, um mich gut
auf meine bevorstehenden Hausarbeiten vorzubereiten. Aber das soll nicht mein Problem sein.
Darum wird sich Zukunfts-Janna kümmern, wenn sie mit Tränen in den Augen vor den Scherben
des Semesters steht.
So sehr ich es auch feiere, dass ich mir die 50 Minuten Ring- und U-Bahn zur Uni sparen kann, so
sehr freue ich mich auch darüber, dass ich nächstes Semester nur noch den Endgegner
Bachelorarbeit bezwingen muss. Sollte die Zeit an der Uni doch die schönste Zeit des Lebens
sein, war sie für mich bisher im Prinzip auch nicht viel anders als die Zeit am örtlichen
Gymnasium. Der einzige Unterschied liegt darin, dass man halt mehr als dieselben 30 Pappnasen
sieht, denen man sich zu Schulzeiten aussetzen musste. Doch ich will nicht undankbar dem
Semester gegenüberstehen. Hat es mir doch geholfen, dass ich jetzt drei verschiedene Video-
Call-Programme auf meinem Rechner installiert habe und nun Experte darin bin, wie man per
Greenscreen-Funktion einen 5-Sekunden-Lacher generieren kann. Also Leute, in diesem Sinne:
Wir haben es bald geschafft und es kommen auch wieder Zeiten, in denen wir uns das Essen in
der Mensa schmecken lassen können. Bis dahin findet ihr mich online. Also: Zoom me up, Scotty!

Text und Bild: Janna Meyer

Corona-Krisenfonds für Studierende: Gut oder bloß gut gemeint?

500 € – einfach so vom Staat geschenkt: dieser Utopie kommen Einige seit dem 16. Juni ein Stückchen näher. Seit diesem Tag ist es möglich, online einen Antrag auf eine „Überbrückungshilfe“ zu stellen. Addressiert werden Studierende, die durch die Corona-Pandemie beispielsweise ihren Job verloren und sich deshalb finanziell „in akuter Notlage“ befinden. Klingt erstmal super – unumstritten ist die ganze Sache jedoch nicht.

Seit heute Mittag, 12 Uhr ist die langersehnte, staatliche Finanzierungshilfe für das Studium endlich da. Und zwar unabhängig vom elterlichen Einkommen und ohne Rückzahlung – zumindest für die Monate Juni, Juli und August. Auf überbrückungshilfe-studierende.de kann der Antrag online eingereicht werden. 100 Millionen Euro stehen hierfür insgesamt zur Verfügung. Die tatsächliche Auszahlung wird „innerhalb der verfügbaren Mittel“ entschieden, was bedeutet: ob die Antragsteller*in das Geld ausbezahlt bekommt, ist nicht gewährleistet.

Alle Studierenden, die zum Zeitpunkt der Antragstellung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland immatrikuliert und nicht beurlaubt sind, können von diesem Angebot Gebrauch machen. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Jetzt kommt das große ABER: es muss eine Notlage nachgewiesen werden. Das bedeutet: ab mehr als 500 € auf dem Konto gibt es nichts mehr und von einem Antrag sollte dann auch abgesehen werden. Als Nachweis müssen Kontoauszüge bis zum Zeitpunkt der letzten normalen Einnahme (also bis Februar/März) eingereicht werden, dazu u.a. eine Erklärung für das Ausbleiben von Einnahmen.

Die Überbrückungshilfe wird dann laut dem Deutschen Studentenwerk (DSW) folgendermaßen berechnet:

Kontostand Überbrückungshilfe
weniger als 100,00 € 500,00 €
zwischen 100,00 € und 199,99 €* 400,00 €
zwischen 200,00 € und 299,99 € 300,00 €
zwischen 300,00 € und 399,99 € 200,00 €
zwischen 400,00 € und 499,99 € 100,00 €

*die Nachkommastellen wurden nachträglich eingefügt, beim DSW steht noch 199,00; 299,00 usw.

Die Anträge können erst ab dem 25. Juni bearbeitet werden, mit der ersten Auszahlung ist demnach frühestens Anfang Juli zu rechnen. Die Bewilligung gilt einmalig; jeden Monat muss bis zum letzten Tag des jeweiligen Monats erneut eine Förderung beantragt werden. Die Zuschüsse sollen, wie ihr Name schon sagt, die Zeit überbrücken, bis die Studierenden wieder Zugriff auf ihre regulär gewohnte Einkommensquelle haben.

Finanzielle Not wegen Corona

Diese Maßnahme ist eine Reaktion der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) auf die scharfe Kritik seitens Studierendenverbänden und Politiker*innen. Ihr wird vorgeworfen, viel zu langsam und nicht hinreichend auf die Geldsorgen von Studierenden zu reagieren.

Wegen des Lockdowns fielen viele Nebenjobs, u.a. in der Gastronomie, weg, die für Studierende eine Existenzgrundlage darstellten; betroffene Eltern können wegen Kurzarbeit oder gar Kündigung ihre studierenden Kinder nicht mehr ausreichend finanziell unterstützen.

scharfe Kritik am KfW-Kredit

Seit Mai 2020 wird, nach einem Vorschlag Karliczeks, der KfW-Studienkredit als Corona-Hilfe für Studierende vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt. Bis März 2021 ist der Kredit zinsfrei. Seit dem 01.06. dürfen auch internationale Studierende den KfW-Studienkredit beantragen. Vorschläge der SPD oder der Grünen, das BAföG für Studierende zu öffnen, die bislang keine Leistungen beziehen konnten, wurden nicht gehört. Der Gewerkschafter Andreas Keller bezeichnete den KfW-Kredit gegenüber dem Spiegel als „im Ansatz völlig verfehlt“, der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) hält den Kredit für „zu wenig, zu engeschränkt, zu starr und ungerecht“. Nach dem zinsfreien Jahr winken nämlich hohe Zinsen im Wert von bis zu 3.500 €, die besonders für Studierende aus einkommensschwachen Familien auch nach dem Studium kaum zu stemmen sind. Der DSW-Generalsekretär meint, Studierende, die ihren Job verloren haben, wären mit dem Kredit doppelt bestraft, da diese hinterher noch mehr arbeiten müssten, um den Kredit abzubezahlen.

„an Dreistigkeit nicht zu überbieten“

Kein Wunder also, dass laut Amanda Steinmaus, Vorstand des fzs, die Überbrückungshilfe „an Dreistigkeit nicht zu überbieten“ wäre. Sie würde den Studierenden in finanziellen Notsituationen nicht wirklich helfen – dafür sei der Topf zu klein, die Auszahlungen zu gering und die Anforderungen sowie der bürokratische Aufwand zu hoch. Die veranschlagten 100 Millionen Euro reichen hinten und vorne nicht, um finanzielle Engpässe bei geschätzt einer Million Studierenden auszugleichen. „Wenn 66.666 Studierende drei Monate lang 500 € erhalten, ist der Topf leer,“ gibt Jacob Bühler, ebenfalls Mitglied des fzs-Vorstands, in einer Pressemitteilung an.

Fraglich ist, wo die 900 Millionen Euro an Haushaltsmitteln hin sind, die letztes Jahr für BAföG zur Verfügung gestellt und nicht ausgegeben wurden. Eine Öffnung des BAföG mit diesen Mitteln wäre ein gerechterer und nachhaltigerer Ansatz gewesen, um krisengeschuldete Studienabbrüche zu vermeiden und Bildungsgerechtigkeit zu fördern.

Übrigens: für Studierende der TU Chemnitz gilt, dass die Förderhöchstdauer von BAföG trotz Nicht-Anrechnung des Sommersemesters 2020 gleich bleibt. Das bedeutet: dieses Semester zählt für das Studentenwerk Chemnitz-Zwickau als „normales“ Semester; die Förderhöchstdauer verschiebt sich durch die Rückstufung nicht. Nur bei „unvermeidbare[n] pandemiebedingte[n] Ausbildungsunterbrechungen“ mit „schwerwiegende[m] Grund im Sinne des § 15 Abs. 3 Nr. 1 BAföG“ kann eine Weiterförderung beantragt werden.

bei der Bildung wurde wieder einmal gespart

Diese Bilanz ist, besonders in Anbetracht der Tatsache, dass anscheinend Mittel zur Verfügung stehen, schade. Deutschland hinkt beim Thema Bildungsgerechtigkeit ohnehin stark hinterher; die besagten staatlichen Maßnahmen, die während der Corona-Pandemie als Überbrückungshilfen angeboten werden, zeigen, wie sehr gerade bei der Bildung gespart und eher symbolisch gehandelt wird. Im Ernstfall sind die Krisenfonds leider wenig hilfreich und können bestehende Ungleichheiten sogar vertiefen. Die Überbrückungshilfe ist klar besser als nichts und kann im Zweifelsfall eine kleine Abhilfe schaffen. Jedoch sollte sich die Bildungspolitik nicht auf ihren kleinen Geldtöpfen ausruhen und auf Kredite verweisen, die in keinem Fall eine echte und gerechte Studienförderung ersetzen können.

Am 20.06. ruft die fzs übrigens gemeinsam mit Studierendenvertretungen aus ganz Deutschland zu einer Demonstration für eine Milliarde Studi-Hilfe auf.

Text und Bild: Julia Jesser

Harte Zeiten für unsere Clubkultur

Wie die ausbleibenden Bässe unsere Szene bedrohen

Dass sich die Chemnitzer Szene schon vor dem Ausbruch des Coronavirus schwergetan hat, ist kein Geheimnis. Der Wunsch nach Spätis und einem musikalischen Veranstaltungsangebot, das nicht vorwiegend nur aus Indiepop-Bandauftritten besteht ist älter als so manch immatrikulierte*r Student*in. Der alte Hut, die ewige Chemnitzer Leier, es nervt. Ob nun das fehlende Angebot oder mangelnde Nachfrage schuld seien oder ob man es uns einfach nicht recht machen kann, darüber lässt sich streiten. Vielleicht ändert das übernächste Paula Irmschler Buch oder die nächste Kummer Kassette mit Trettmann Feature etwas, die Hoffnung soll man ja nie aufgeben.

Das Kommen und Gehen in der Chemnitzer Clublandschaft kennt auch das Künstler*innen-Kollektiv Reset, mit denen ich über die aktuelle Situation gesprochen habe. Wie viele sehen sie einen Grund für das Schließen vieler Clubs in der geringen Anzahl junger Menschen in Chemnitz. Doch sie sehen auch wie eine Szene immer facettenreicher wird und stetig wächst.

Viele Clubs, so das Kollektiv, finanzieren sich von Party zu Party und stecken viel Liebe und Eigeninitiative in ihre Projekte. Rücklagen oder Gewinne haben dabei keine Priorität. Die Auswirkungen des Coronavirus treffen die Szene daher besonders. „Es wäre einfach zu traurig, wenn Chemnitz durch dieses Tief wieder bei null anfangen müsste und verlieren würde, was sich so viele Leute in Kleinprojekten und im Kollektiv hart erarbeitet haben.“ Die Drohende Gefahr spüren alle Mitglieder des Kollektivs: Von festen und angehenden DJ‘s über Veranstaltungstechniker*innen bis hin zu Gestaltungs- und Dekorationskünstler*innen, denn viele beziehen ihr Einkommen hauptsächlich aus dieser Branche und sind von Kooperationen mit Clubs, sowie der Festival- und Open-Air-Saison abhängig. Für das Reset-Kollektiv zählt nun vor allem Solidarität und Zusammenhalt: „Chemnitz reagiert, es wird improvisiert und es wird im Kollektiv gehandelt.“ Der Schlüssel liegt dabei für die Künstler*innen in der Kommunikation, denn ohne diese gäbe es keine Kooperation und somit auch keine Gemeinschaft. Man ergreift alle Möglichkeiten, um der Kunst in dieser Zeit Raum zu geben und verlegt die Partys eben kurzerhand per Livestreams ins Wohnzimmer, wie bei Atomino TV oder Oberdeck meets Reset. Solidarität heißt für das Reset-Kollektiv aber auch Auflegen ohne Gage, wenn den Clubbetreiber*innen das zahlende Publikum fehlt. Man hält eben zusammen.

Auch das Transit kämpft gegen die Auswirkungen der Krise. Am Wochenende des Shutdowns wäre der 2. Geburtstag des Clubs mit 30 Künstler*innen gefeiert worden. Das transit-Team sieht die Krise jedoch auch von Seiten der Clubbesucher*innen: „Kulturell bieten Clubs einen Ort der Sozialisierung, hier werden Barrieren abgebaut und Freundschaften über Gemeinsamkeiten geknüpft. Durch das Kontaktverbot leiden also vor allem unsere Gäste.“ Damit freischaffende Künstler*innen die Krise überstehen können, wünscht man sich auch hier wirkungsvolle Unterstützung von Seiten der Politik. „Sachsen ist das einzige Bundesland, in dem es aktuell nur Kredite und keine Zuschüsse für solo-selbständig arbeitende Personen gibt. Wir hoffen, dass sich gerade hier zeitnah etwas tut. Es verlieren schon jetzt Künstler*Innen ihre Lebensgrundlage.“, erklärt Christian vom Transit. (Anm. d. Red.: Der sächsische Landtag hat mittlerweile Fördergelder in Höhe von zwei Millionen Euro bewilligt*) Um die Existenz des Clubs in den kommenden Monaten zu sichern wird man kreativ und setzt wie viele andere Chemnitzer Clubs auch auf die Unterstützung der Feiernden. Selbstgemachte Spendengegenleistungen wie Tabakbeutel, sowie ein Soli-Ticket, das die gesamte Chemnitzer Szene unterstützt sind Möglichkeiten unsere Szene am Leben zu halten.

Bereits vor der Corona Zeit sah man in den letzten Jahren einen Trend in der Kultur- und Feierszene, der vielen Nachtschwärmer*innen Sorgen bereitete. Clubs, Bars und andere Sammelbecken für Kreative und Kulturschaffende werden von ihrem rechtmäßigen Platz im Stadtbild verdrängt oder müssen schließen. Der Grund für die Schließung solcher Freiräume liegt manchmal in steigenden Mieten und profitorientierten Investoren, wie im Falle der Grießmühle in Berlin, manchmal aber auch einfach in Problemen mit Genehmigungen und Anwohner*innen wie bei der Coffee-Art-Bar hier in Chemnitz. Die Forderungen der Clubbetreiber*innen und Kulturschaffenden sind meist ähnlich: Die Politik muss agieren und aktiv zum Erhalt der Szene beitragen. Selbes gilt besonders jetzt in Zeiten einer Krise, denn der Erhalt dieser Freiräume, die selbstverständlich nicht immer in unsere gewinnorientierte kapitalistische Welt passen, ist mindestens so wichtig wie milliardenschwere Finanzspritzen für große Unternehmen. Wir brauchen die Szene, ganz besonders hier in Chemnitz, denn sie gehört genauso zum Kulturgut wie Museen und Theater. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Einsicht nicht zu spät kommt.

Hier könnt ihr die Chemnitzer Clublandschaft mit einem Soli-Ticket unterstützen:

*Quelle: https://www.mdr.de/sachsen/dresden/dresden-radebeul/corona-sonderprogramm-kuenstler-sachsen-100.html Stand 22.04.2020

Text: Jan Hilbert

Bild: pasevichbogdan | Pixabay

Mit „Superbusen“ durch den Bazillentunnel und über Chemnitz hinaus

Paula Imschler beschreibt Emotionen, die alle Chemnitzer*innen ob Student*innen oder nicht nur allzu gut nachempfinden können. So wie die Geschichte vieler Studierenden, beginnt auch die von Gisela. Sie zieht wegen zu schlechter Abinoten und den billigen Mieten hier her. Chemnitz und der Studienanfang bedeuten für sie Neuanfang, alles auf null. Mit der Zeit entdeckt Gisela die schönen Ecken der Stadt und findet Freundinnen mit denen sie alles gemeinsam durchsteht. Von wilden Partynächten, ja auch die gibt es hier, über Demonstrationen gegen rechts oder auch die erste Abtreibung. An vielen Passagen des Buches fühlt man sich abgeholt. Egal ob es der Bazillentunnel ist, durch den man vor allem nachts lieber rennt als schlendert oder tröstliche Kuchengespräche bei Emmas Onkel. Irgendwann hat sich Gisela so richtig eingelebt und eines morgens beim Katerfrühstück kommt ihr die Blitzidee mit ihren Freundinnen eine Frauenband zu gründen. Als „Superbusen“ touren sie gemeinsam durch ein paar Städte, versuchen mit dem was sie machen etwas zu bezwecken, sich auszuleben und glücklich zu werden. Daran hat die Musik ihren Anteil, aber auch die Rebellion gegen die Ungerechtigkeiten auf dieser Welt. Wenn Paula Irmschler eins schafft, dann ist es in nur einer Geschichte Popmusik, Feminismus und Politik so zu vereinen, als würde man gerade gemeinsam in der WG-Küche nach einer durchzechten Partynacht Gespräche führen, die ehrlicher nicht sein könnten. Gespickt wird die Geschichte mit der ein oder anderen Songzeile von stadtbekannten Musikern und Bands. Doch wo bleiben dabei die Frauen? Warum kommen diese in einem feministischen Buch nicht vor, wenn doch das zum Problem der Unterrepräsentiertheit beiträgt. Auch die Chemnitzer linke Szene, die verschiedene Ecken der Stadt bunter strahlen lässt mit Küfa über politische Vorträge und Aktionen bleibt in der Geschichte außen vor. Dennoch ist es ein reales Bild, welches die Autorin zur Stadt zeichnet. Es zeigt die Chemnitzer Hassliebe in all seinen Facetten. Alle Weggezogenen werden mit dieser Geschichte in Melancholie schwelgen. Alle Hiergebliebenen werden sich fühlen, als könne Paula zum Teil Gedanken lesen, zumindest wenn sie keine Insider*innen sind. Superbusen ist eine Liebeserklärung an Chemnitz, die abgefuckter und wahrer nicht sein könnte. Denn das was hier passiert ist oft scheiße, teilweise gut und die Mischung ist eine, die man anderswo vermissen wird. Zumindest für eine Weile.

Text: Svenja Jäger
Bild: Julia Küttner

Die Party ist vorbei und das ist okay

Als ich Anfang Februar ziemlich nebenbei zum ersten Mal vom Coronavirus gehört habe, hätte ich – wie höchstwahrscheinlich niemand von uns – auch nur ansatzweise ahnen können, dass diese Epidemie, die “so weit weg” stattfindet, dermaßen Einfluss auf unser Leben nehmen wird. Bei all den Neuigkeiten zu der Krise, die uns täglich erreichen, bin ich bin ernsthaft schockiert darüber, wie in Deutschland damit umgegangen wird.

Hier auf Zypern, wo ich mich momentan im Auslandssemester befinde, ging alles sehr schnell: am 9. März wurden die ersten beiden Fälle bestätigt. Einer davon in Limassol, der Stadt, in der ich studiere, der andere ein behandelnder Arzt aus Nikosia. Am 10. März hat gleich das uniinterne Fitnessstudio dicht gemacht, ab dem 12. März die ganze Uni (hier läuft das Sommersemester von Januar bis Mai). Gefühlt gestern war ich noch in der Uni, heute finden die Seminare in Videokonferenzen daheim statt, Prüfungen und Projekte wurden umstrukturiert. Bis zum Ende des Semesters werde ich die Cyprus University of Technology nicht mehr betreten. Die Folgen der Corona-Epidemie haben schneller in unseren Alltag eingegriffen, als wir uns umsehen konnten. In der gleichen Woche am Samstag wollte eine Freundin ihren Geburtstag in ihrer Wohnung feiern. Am Dienstag saßen wir noch zusammen in einem Restaurant. Sie hat Coronabedingt für Samstag nur sehr wenige Leute eingeladen, und selbst diese wenigen Leute haben alle abgesagt, weil sie die öffentlichen Verkehrsmittel meiden wollten, inklusive mir. Eine Spanierin, die eingeladen war, schrieb im Facebook-Gruppenchat, dass ein Bekannter von ihr mit hohem Fieber aus Abu Dhabi nach Limassol zurückgekehrt ist, ob er Corona hat, war nicht klar, weil es im Krankenhaus in Limassol keinen Corona-Test gibt, dafür müsste er nach Nicosia fahren.

Jeder von uns könnte das Virus unbemerkt in sich tragen

Da wurde mir bewusst: es könnten hier bereits unzählige Leute herumlaufen, mit ihren Händen die Haltestangen in den Bussen umgreifen, mit ihren Fingern ihren Pin in Bankautomaten tippen, die Tomaten am Gemüsetand abtasten, die mit Corona infiziert sind, und es noch nicht wissen. Oder Kontaktpersonen von Leuten, die nicht getestet wurden, weil die Ausstattung der Arztpraxen selbst in einer für zypriotische Verhältnisse größeren Stadt wie Limassol einfach nicht ausreicht. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts hält für wahrscheinlich, dass ungefähr die Hälfte der Infektionen in Deutschland aufgedeckt werden können – was bedeutet, dass die Zahl der tatsächlich Infizierten doppelt so hoch sein müsste wie die offizielle “Fallzahl”. Auf Zypern ist die Dunkelziffer wahrscheinlich noch um ein vielfaches höher.

Aber was mich wirklich geschockt hat, ist der deutsche Umgang mit der Epidemie. Am gleichen Tag, als ich eigentlich auf dem Geburtstag einer Freundin hätte sein sollen, schickten meine Eltern mir Bilder davon, wie sie in einem großen (leeren) Kaufhaus shoppen waren. Ich sah Stories mit “Coronapartys”, Menschen in Cafés und Menschen die durch Deutschland reisen und sich tätowieren lassen oder Freundinnen besuchen, als wäre nichts gewesen. Und zu diesem Zeitpunkt gab es bereits über 2000 Fälle in Deutschland und circa 20 auf Zypern. Am Montag wurde Zypern quasi lahmgelegt, alle öffentlichen Freizeiteinrichtungen, touristischen Sehenswürdigkeiten, Hotels, Cafés und Restaurants geschlossen. Seit Sonntag dürfen keine Leute mehr ohne triftigen Grund einreisen. Wir gehen seit letzten Donnerstag noch zum einkaufen raus, oder zum frische Luft schnappen. Mein Instagram ist geflutet mit #stayhome und #selfisolation-Posts. Ich habe meine Freunde, die teilweise bereits abgreist sind, seit einer Woche nicht mehr gesehen.

Deutschland und seine Einwohner*innen reagieren viel zu langsam

 Währenddessen vervielfachen sich die aufgedeckten Fälle in Deutschland täglich, doch erst seit wenigen Tagen fangen fangen die Cafés und Restaurants an, dichtzumachen. Die TU-Mensa hat erst am 18. März (!) ihren Betrieb eingestellt, als bereits 16 Fälle allein in Chemnitz offiziell bekannt waren. In meiner Zeit in der Wohnung in Limassol wird mir im Kontakt mit Leuten in Deutschland zunehmend klar, dass dort eine andere Perspektive auf die Epidemie vorherrscht, vielleicht geschuldet durch die unterschiedlichen Filterblasen in denen wir leben. Weil sich hier der Alltag so schlagartig verändert hat, nehmen hier die Leute die Krankheit auch etwas ernster, so lautet meine Theorie. Weil hier das öffentliche Leben so abrupt lahmgelegt wurde und unsere Freund*innen, Besucher*innen und Tourist*innen plötzlich Probleme haben, heim zu fliegen oder überhaupt vom Fleck zu kommen, gehen uns die Ausmaße der Epidemie etwas mehr zuleibe. Da in Deutschland ja sowieso Semesterferien sind, und manche Cafés und Restaurants noch offen haben, geht da der Alltag ein bisschen lockerer voran. Außer dass ein paar Clubs zu gemacht und Konzerte abgesagt wurden und man seine Hausarbeit nicht mehr in der Bib schreiben kann, hat sich allen Anschein nach kaum was geändert. Vor allem bei den jüngeren Leuten, die nachweislich die Hauptträger des Viruses sind. Dabei bedeutet genau deswegen für uns Unifrei nicht gleich mehr Zeit zum shoppen gehen oder Freunde treffen, sondern schlicht und einfach: zuhause bleiben.

Leute, die noch unnötig rausgehen, verleugnen Fakten

Fast im Stundentakt checke ich die Entwicklung der Fälle in Deutschland und überlege ernsthaft, ob ich noch nach Hause kommen möchte. Wieso hat Deutschland, das so stark vom Virus betroffen ist, so verdammt langsam reagiert? Könnte es eventuell etwas damit zutun haben, dass hierzulande wirtschaftliches Wachstum allem Anschein nach wichtiger ist als das wohl der einzelnen Bürger? Fast stündlich ploppen Eilmeldungen auf meinem Handy auf. Man braucht nicht lange in den einschlägigen Nachrichtenportalen herumzubrowsen, es ist klar: alle müssen zusammenarbeiten, um die Ausbreitung des Virusses zu stoppen und tausende unnötige Tode zu vermeiden. Und jede*r einzelne kann sehr einfach dazu beitragen, in dem er/sie sich vom öffentlichen Leben und gesellschaftlichen Zusammenkünften fern hält.

Junge Menschen, die sich jetzt immernoch in Parks treffen und Hauspartys schmeißen, verleugnen wissenschaftliche Fakten genauso wie die von ihnen verpönten Klimawandelleugner und Flat-Earther. Sie sind kein Stück besser. Diese Menschen belasten für ihr eigenes, egoistisches Vergnügen das Gesundheitssystem und könnten im allerschlimmsten und nicht ganz unwahrscheinlichen Fall für den Tod einer geliebten Tante, Freund, Mutter oder Großvater mit verantwortlich sein.

Mein Erasmus-Semester ist vorzeitig vorbei, aber ich werde mich nicht beschweren. Es gibt so viele Menschen da draußen, denen es schlechter geht als mir, die ernsthaftes Leid von dieser Krise davontragen, die unter überlasteten Krankenhäusern leiden oder bei denen ein geliebtes Familienmitglied im Sterben liegt. Das mindeste, was da von der fitten und jungen Bevölkerung (aka. “iCh bIn KeInE rIsIkOgRuPpE” aka. “iSt DoCh NuR eInE eRkÄlTuNg”) zu erwarten ist, mal für ein paar Wochen alleine zuhause zu bleiben. Ist das echt zu viel verlangt?

Text: Julia Jesser

Illustration: Julia Küttner

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Das erste Mal…

Unsere erste Ausgabe ist da!

Es ist soweit – unser erstes Mal gibts jetzt endlich auch online mit weniger Rechtschreibfehlern. Gönnt euch diese feingetunte Version Kinder, viel Spaß!

 

Ein Lied von Eis und Feuer. Droht uns eine lange Nacht?

Warum schauen wir Game of Thrones, wenn wir in der Realität als Helden gebraucht werden? Dabei ist die Fantasiewelt um Westeros eine ziemlich treffende Metapher für das Dilemma der Menschheit in der Klimakrise. Dieser Artikel erklärt, warum. (Gastartikel von Lilian. Bild: Desktop Nexus)

— Achtung: dieser Artikel enthält Spoiler zu der Serie Game of Thrones —

Das Jahr 2019 war bisher ein turbulentes Jahr, das dürften wir so ziemlich alle bemerkt haben. Die politischen Präferenzen vieler Menschen haben sich komplett gedreht. Die Ergebnisse der Europawahlen fallen von jeglichen Erwartungen ab. Innerhalb weniger Monate gehen in Deutschland immer größere Teile der von älteren Generationen häufig als äußerst ,,unpolitisch‘‘ bezeichneten jungen Menschen auf die Straße. Sie sind wütend. Sie sehen nicht ein, warum sie in die Schule gehen sollten, wenn so ziemlich jeden Tag neue Hiobsbotschaften bezüglich der Klimakrise in den Nachrichten auftauchen. Sie sind wütend angesichts eines Haufens von immer weiter in leeren Versprechungen redenden Politikern. Es scheint ein Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit zu geschehen. Es ist nicht mehr an der Zeit, eine sich seit langem anbahnende Katastrophe weiter zu ignorieren. Das Prinzip ,,macht euch die Erde untertan‘‘ funktioniert nicht mehr. Es wird immer schwieriger, die Situation schönzureden. So zu tun, als sei das alles nicht so dramatisch. Angesichts Millionen junger Menschen, die, inspiriert von einem sechzehnjährigen Mädchen aus Schweden, nicht aufgeben möchten um ihre Zukunft zu kämpfen. Es ist keine dieser politischen Debatten, die eben mal ein paar Monate überall in den Medien auftaucht und dann wieder abflaut. Es ist etwas Neues, womit unsere Gesellschaft noch keinen angemessenen Umgang gefunden hat. Denn wir alle müssten, wie es aussieht, ein mächtiges Stück unserer Freiheit aufgeben, um die größte Herausforderung, die der Menschheit je gegenüberstand, gemeinsam zu bekämpfen. Wir kämpfen damit nicht unbedingt für uns selbst, sondern vor allem für die kommenden Generationen. Es wird unbequem. Deswegen scheint sich die Gesellschaft langsam, aber bestimmt aufzuteilen in die, die ,,for future‘‘ auf die Straße gehen – und die, die eine kommende Katastrophe so gut es geht ignorieren.

Die Flucht vor der Realität ist ein Grundbedürfnis von Menschen und ging selten so einfach wie heute. Mit Serien, zum Beispiel. Es scheint paradox, wie ein ganz anderes Thema so viele Menschen dieses Jahr schwerst beschäftigt hat: die achte Staffel von Game of Thrones. Ab dem 15. April diesen Jahres in Deutschland ausgestrahlt. Ungefähr 90 Millionen US Dollar teuer. In den Monaten davor kursierten etliche Fantheorien über den Fortgang der Serie im Internet, und auch als nicht-Fan kam man bald nicht mehr daran vorbei, alles über die aktuelle Handlung zu wissen. Denn egal ob in der Mensa, beim Kaffeetrinken, beim Supermarkt an der Kasse oder in der Bahn, ständig bekam man Diskussionsfetzen um die Ohren gehauen. Die finale Staffel war für viele Game of Thrones Anhänger von so hoher Wichtigkeit, dass eine Petition für ein Remake von hunderttausenden Fans unterzeichnet wurde. Da fragt man sich doch schon manchmal, ob dieses Engagement so vieler Menschen nicht irgendwie an anderer Stelle eher gebraucht würde. Immerhin handelt es sich um eine komplett fiktive Welt, über deren Wendungen sich die Leute da so extrem aufregen – dabei gibt es doch in der Realität doch genug Probleme, in die man sich aus guten Gründen hineinsteigern könnte. Aber unterscheiden sich die Probleme in diesen beiden Welten überhaupt so sehr?

Dass die Serie Game of Thrones metaphorisch ziemlich deutlich das Problem der Klimakrise zum Ausdruck bringt, dürfte einigen Fans schon aufgefallen sein. Folge für Folge bauen sich politische Intrigen zwischen verschiedenen herrschenden Familien in Westeros auf. Es werden Allianzen geschlossen und dann wieder hingeworfen, Mordanschläge auf Menschen ausgeübt, politische Gefangene festgehalten, es ist ein ewiger Kampf um Macht. Bestimmte Personen scheinen ,,die Guten‘‘ zu sein, dann wendet sich das Blatt komplett. Wer handelt moralisch, wer richtig, wer politisch klug? Ein ewiges hin und her über sieben Staffeln, wo massenweise Energie auf eigentlich ziemlich unbedeutende Konflikte verloren geht, wie man dann endlich erkennen soll. Denn die gegen- und miteinander kämpfenden Häuser haben doch von Beginn an einen gemeinsamen Feind, den es gemeinsam zu bekämpfen gilt: Die weißen Wanderer. Mystische Wesen, die eigentlich seit Jahrtausenden nicht mehr existieren sollten. An deren Existenz der Großteil der Bevölkerung zu Beginn der Serie nicht mehr glaubt, selbst die als „gut“ und „weise“ auftretenden Charaktere. Es handelt sich um menschenähnliche Wesen mit eisblauen Augen, die jedoch größer und viel stärker als Menschen sind. Sie bringen Tod und Eisige Kälte. Sie können Tote auferstehen lassen (,,Wiedergänger‘‘) und diese zu ihren Zwecken kontrollieren.

Seit Jahrtausenden hat die Weißen Wanderer kein Mensch mehr zu Gesicht bekommen, seit sie in einem harten Kampf gegen die Menschheit in den Norden gedrängt werden konnten. Zum Schutz der Menschen wurde dort mit Magie eine Mauer aus Stahl und Eis errichtet, die unüberwindbar scheint. Dass die Weißen Wanderer der eigentliche Feind, das eigentlich Böse in der Serie sind, wird schon in der allerersten Szene der Serie klar, als einige Wächter der auf der Mauer patrouillierenden ,,Nachtwache‘‘ von ihnen ermordet werden. Der einzige der Wächter, der fliehen kann, wird enthauptet, da ihm selbst der ,,gute‘‘ Eddard Stark keinen Glauben schenkt. Dabei wird der Leitspruch der im Norden lebenden Familie Stark doch von Beginn an immer wieder widerholt: „Winter is coming“. Paradox erscheinen angesichts des drohenden gemeinsamen Feindes die kommenden politischen Kämpfe und Intrigen, wo doch alle ein unaufhaltsames Problem teilen, welches keines der Häuser im Alleingang bekämpfen kann. Denn die Weißen Wanderer werden immer mehr und streben nach Eroberung des Südens. Ähnlich paradox kommen uns heute politische Konflikte auf der ganzen Welt vor, in Zeiten, wo die Menschheit doch zum ersten Mal einem heftigen Problem, das alle betrifft, gegenübersteht.

Die Weißen Wanderer sind eine in vieler Hinsicht perfekte Metapher des Klimawandels. Nicht als einzelne Personen, sondern als Masse werden sie zur Gefahr. Sie sind irgendwie tot und lebendig zugleich, oder etwas dazwischen. Sie sprechen nicht und bleiben lange etwas Unbekanntes, Mystisches. Der Klimawandel ist ein Feind, mit dem es sich ähnlich schwer umgehen lässt. Er hat kein Gesicht, er ist für uns Menschen nicht greifbar, niemand kennt die Härte seiner Auswirkungen. Er erzeugt ein ähnliches Gefühl von Schauer wie die Weißen Wanderer, deren Absichten Zuschauer von Game of Thrones nicht einschätzen können. Der ,,Nachtkönig‘‘, der erste Weiße Wanderer, welcher die anderen erschaffen hat und kontrolliert, wirkt zunächst wie ein eher langweiliger Bösewicht. Er ist kein vielschichtiger Charakter, nicht zwiegespalten, seine Boshaftigkeit hat keinen speziellen Hintergrund. Man kennt seine Motivation nicht, er ist einfach böse, und handelt doch klug und strategisch. Unaufhaltsam erschafft er sich eine größere Armee aus Weißen Wanderern und Wiedergängern und wandert mit diesen gen Süden, wo sich die verfeindeten Häuser mit selbstgemachten Problemen herumschlagen. Wie der Klimawandel ist er kein Bösewicht in dem Sinne, dass er wirklich böse, egoistische Absichten hat. Es gibt ihn einfach, und seine Macht vermehrt sich exponentiell. Wie der Klimawandel wird er, als ihn Teile der Menschen erstmals als existente Bedrohung erkannt haben, schneller zur echten Bedrohung, als sie geahnt hatten.

Das Interessante ist nun die Geschichte, wie der Nachtkönig in Game of Thrones entstanden ist. Er war ursprünglich ein Mensch, der vor Ewigkeiten lebte. In einer Zeit, in der die ersten Menschen nach Westeros kamen, und den dort bisher lebenden „Kindern des Waldes“, elfenhaften Naturwesen, den Lebensraum streitig machten. Ein Symbol für die wachsende Umweltzerstörung und -ausbeutung durch die moderne Gesellschaft seit der Industrialisierung? In der Welt von Game of Thrones erschufen die Kinder des Waldes aus Verzweiflung in ihrer Unterlegenheit gegen die Waffen der Menschen den ,,Nachtkönig‘‘, indem sie einem gefangenen Menschen eine magische Waffe ins Herz stachen. So entstand eine neue Gefahr aus der Verantwortung der Menschen heraus in Kombination mit einer Natur, die sich gegen ihre Ausbeutung wehrte. Diese Gefahr konnte aber bald schon niemand mehr kontrollieren. Sie musste gemeinschaftlich von den Kindern des Waldes und den Menschen bekämpft und eine magische Mauer zum Schutz der Menschen erbaut werden.

Wie genau der Nachtkönig besiegt werden kann, weiß lange niemand im Universum von Game of Thrones. Die uneinschätzbare Gefahr steckt im Körper eines einstigen Menschen, denn die Menschen haben jene Gefahr unbeabsichtigt selbst geschaffen. Und die größte Quelle seiner Macht sind wiederum die Menschen selbst. Mit jedem Toten erhält er ein potenzielles neues Mitglied seiner Armee von Untoten, die beständig Richtung Süden wandert. Auf ähnliche Weise nähren wir heute beständig die Klimaerwärmung durch immer mehr werdende CO2 Emissionen. Wie wir im neuesten Klimapaket der GroKo gesehen haben, wird reine Symbolpolitik betrieben. Die Devise: ,,Ja, der Klimawandel ist wichtig, und wir tun ja auch was dagegen. Nur halt nicht zu viel. Es gibt ja noch ganz viel andere wichtige Sachen zu tun.‘‘ Und währenddessen werden Gelder in z.B. die Förderung fossiler Brennstoffe und Entwicklung neuer, klimaschädlicher, aber wirtschaftlich vielversprechender Technologien gesteckt. Kohleausstieg bis 2038, obwohl jeder weiß, dass das nicht reichen wird, um gegen den Endgegner anzutreten.

In der siebten Staffel von Game of Thrones verliert die Herrscherin Daenerys Targaryen schließlich bei dem Versuch, Weiße Wanderer zu bekämpfen, einen ihrer drei feuerspeienden Drachen. Der Nachtkönig ermordet ihn mit einem Speer und erweckt ihn schließlich in einer die Staffel abschließenden Szene zu einem Zombie-Drachen mit eisblauen Wiedergänger-Augen, den er nun selbst im Kampf gegen die Menschheit einsetzen kann. Mit dem Feuer des untoten Drachen schmilzt er die für unzerstörbar gehaltene Mauer, woraufhin in einem schaurigen Abschlussbild die gigantische Armee von Untoten gen Süden weiterzieht, den Menschen entgegen. In diesem Bild steckt so unfassbar viel Klimawandel, dass diese Interpretation ein bisschen dauern kann, also holt euch jetzt vielleicht nochmal einen Kaffee, bevor ihr weiterlest.

Also. Der Drache ist erstmal die aktuell mächtigste Waffe der Menschen gegeneinander und gegen die Weißen Wanderer, ihre Superkraft, wie eine ultimativ innovative technische Entwicklung in unserer Welt. Durch Unachtsamkeit, dadurch, dass sie den Nachtkönig als Bedrohung nicht einschätzen kann, verliert Daenerys ihn – und stärkt den Nachtkönig somit extrem. Diese Situation erinnert an die gefürchteten Rückkopplungseffekte in der menschengemachten Klimakrise. Den Grund, aus dem es das im Pariser Klimaabkommen festgehaltene zwei-Grad-Ziel überhaupt gibt. Denn bei einer Erwärmung der Durchschnittstemperatur der Erde um über zwei Grad kann der Prozess der kontinuierlichen globalen Erwärmung nicht mehr durch noch so hohe Anstrengungen der Menschheit aufgehalten werden. Dies hängt beispielsweise mit der Gefahr der schmelzenden Permafrostböden in Sibirien zusammen, was bei einer Erwärmung um mindestens zwei Grad, wie sie aktuell zu erwarten ist, beschleunigt geschehen wird. Hier verbergen sich enorme Mengen an CO2 und Methan, welches im Vergleich zu CO2 ein um den Faktor 28 stärkeres Treibhausgas ist. Schätzungsweise sind allein in den Permafrostböden ca. 1.500 Gigatonnen Kohlenstoff eingeschlossen, also fast doppelt so viel wie aktuell in der gesamten Erdatmosphäre (800 Gigatonnen). Die Eiskappen der Arktis schützen auch daher vor Temperaturanstieg, da die weißen Eisflächen vereinfacht gesagt Licht und Wärme reflektieren, während die Ozeane Wärme eher aufnehmen. Das ,,ewige Eis‘‘, welches, wie wir schmerzlich erkennen müssen, überhaupt nicht ,,ewig‘‘ ist, ist somit tatsächlich so etwas wie die magische Mauer in Game of Thrones für uns Menschen. Und mit ähnlicher Gewissheit haben wir uns auf seine Unzerstörbarkeit verlassen. Steuern wir aber auf Kippunkte im Temperaturanstieg zu, dann können wir ab einem bestimmten Punkt nichts mehr ausrichten. Das Werk der Menschheit selbst richtet sich dann mit vervielfachter, unkontrollierbarer Kraft gegen sie. Unser untoter Drache schmilzt das Eis weiter und weiter. Die haarsträubende Szene, in der große Eisstücke aus der so erhaben wirkenden, riesigen Mauer herausbrechen, als das Drachenfeuer sie trifft, erinnert heftig an Bilder von gigantischen, abbrechenden Eisblöcken in der Arktis. Winter is here.

Und dann ist da noch die Sache mit den uralten Viren, welche in den Permafrostböden eingefroren sind. Es könnten sich hier für ausgerottet gehaltene Viren wie die Pocken konserviert halten, welche bei Schmelze der Permafrostböden erneut in Umlauf geraten könnten. Wissenschaftler sind sich jedoch äußerst uneinig, ob dieses Szenario tatsächlich eine potenzielle Gefahr für Epidemien birgt, mit welchen der menschliche Organismus nicht umgehen kann. Es passt aber äußerst gut zu dem Bild der Weißen Wanderer in Game of Thrones, welche die eiserne Mauer durchbrechen. Die Menschheit glaubt, eine Gefahr seit Langem ausgerottet zu haben. Und dann holt sie diese wieder ein, ausgelöst durch den Fortschritt der Menschheit selbst.

Sollten die Regierungen der Welt keine radikalen Maßnahmen ergreifen, ist das Eintreten von Rückkopplungen durch beispielsweise das Schmelzen der Permafrostböden äußerst wahrscheinlich. Wir würden dann eventuell auf eine ,,Heißzeit‘‘ zusteuern. Dürren, Missernten, das Zusammenbrechen zahlreicher Ökosysteme und massive Stürme wären die Folge. Der Meeresspiegel steigt laut dem aktuellen Bericht des Weltklimarats IPPC weitaus schneller an, als erwartet. Und Regierungschefs wie Vladimir Putin oder Donald Trump machen keine Anstalten, diese Warnungen ernst zu nehmen. Dabei ist die Gefahr so langsam unmittelbar sichtbar. Küstennahe Metropolen wie New York City, aber auch Hamburg könnten bereits um 2050 von massiven Überschwemmungen betroffen sein, ganz zu schweigen von ganzen Inselgruppen wie Fidschi. Und trotz dieses immer heftiger werdenden Drucks der Wissenschaft glänzen bestimmte Entscheidungsträger in der Kunst der Ignoranz. Game of Thrones-Fans erinnern sich an die Szene, in welcher Jon Snow der verfeindeten Cercei Lannister einen gefangenen Untoten vorführt, um ihr die Dringlichkeit des Handelns gegen die Weißen Wanderer klar zu machen. Und anhand ihres entsetzten Gesichtsausdrucks geht der Zuschauer kurz davon aus, die verfeindeten Häuser in Westeros würden jetzt endlich vernünftig werden und gemeinsame Sache machen. Aber falsch gedacht. Die Macht der Verdrängung ist ungeheuer, wie Trump es uns in unserer Welt beweist. Lasst uns doch einfach glücklich in eine ,,bright and wonderful future‘‘ schauen. Das deprimierende ist, dass wie auch in Game of Thrones schon seit Langem klar ist, mit welchem Endgegner wir es zu tun haben. 1896 beschrieb der spätere Nobelpreisträger Svante Arrhenius erstmals den Treibhauseffekt und dessen potenzielle Folgen für globale Erwärmung.

Winter is coming. Ein ewiges Mantra. Ich habe das Gefühl, wir hören es gerade täglich im Fernsehen und im Radio, lesen es in der Zeitung. Wir wissen es, und verarbeiten unsere eigene Hilflosigkeit mit Protest oder Resignation – oder eben in Fantasieuniversen. Man könnte sich die Frage stellen, wozu wir überhaupt noch Serien brauchen. Die Nachrichten sind ein Lied von Eis und Feuer geworden. Schmelzende Gletscher, Feuer im Amazonas. Drohende Extremwetterlagen. Und es dreht sich immer weiter. Wir leben in einer verdammt abenteuerlichen Zeit, die Helden braucht. Helden, die sich der Wahrheit stellen und die die Wahrheit weiterbringen. Helden, die wissen, wofür sie kämpfen. Anschuldigungen an Einzelpersonen können dafür keine Lösung sein. Helden dürfen sich nicht über andere stellen, sondern sollten sie mitnehmen. Im Kampf gegen den Klimawandel wird jeder von uns zum Helden. Jeder wird in einem Kampf gebraucht, der nicht durch wenige Einzelne ausgefochten werden kann. Und dafür müssen wir nicht einmal gegen Zombies kämpfen. Was wir tun können, ist vor allem Druck machen, auf die Straße gehen. Natürlich müssen wir bei uns selbst anfangen. Aber wirkliche Veränderungen können nur auf politischer Ebene erreicht werden.

Wir wissen es schon lange. Jetzt müssen wir nur noch in der Wirklichkeit ankommen – Mut zur Wahrheit beweisen – und wissen, dass aufgeben keine Lösung ist. Es ist dringend. Winter is here.

Das homeward-Festival

Wenn eine alte Ziegelei zum Leben erwacht...

von Mona Berner

Bilder: Homeward-Team

Zugegeben: Ganz ausgestorben ist die alte Ziegelei im kleinen Niederwürschnitz im Erzgebirgskreis nie. Rentner, die im Steegenwald spazieren waren oder Familien, die mit ihren Kindern im kleinen Imbiss ein Eis essen, sind hier in den Sommermonaten immer anzutreffen. Aber einmal im Jahr verändert sich das Publikum: tiefe Bässe bringen die Baumwipfel zum Beben und statt 30 Menschen befinden sich plötzlich über 3000 auf dem urigen Gelände und verdoppeln damit kurzerhand die Einwohnerzahl des Dorfes. Was ist es, das all diese jungen, weltoffenen und gut gelaunten Menschen im Sommer an diesen Ort lockt?

Ein Festival. Was sonst, könnte man denken. Aber dieses Festival ist anders. Weit weg von Kommerz, jenseits von „wer bekommt die meisten Likes auf Instagram für das geilste Festivaloutfit“. Es geht um Familie, Heimatgefühl, ankommen, entschleunigen und sich einfach wohlfühlen – wie im heimischen Wohnzimmer. Feste Eintrittspreise gibt es nicht, jeder gibt so viel wie er kann und will. Wer Hunger hat bekommt leckere Flammkuchen oder Vegetarische Kartoffel-Gemüse Schalen: alles frisch und lecker und Dank unzähliger ehrenamtlicher Helfer realisierbar. Kommt es zu Engpässen, hilft man sich gegenseitig, wie 2018 als bereits am ersten Tag alle Essensvorräte aufgegessen waren und die Besucher einfach mitmachten: Gemüse schneiden, kochen, Brote belegen. „Wir wollen ein Festival mit den Menschen und nicht im Sinne des klassischen Konsumdenkens“, erklärt Stephanie Mittelbach, welche von Anfang an fest in der Organisation verankert ist.

Dass es dieses Festival überhaupt gibt, ist mehr oder weniger ein Zufall. 2017 beschloss eine Gruppe junger und vom christlichen Glauben überzeugter Menschen, dass wenn das geliebte und hoch geschätzte Freakstock Festival ausfällt (Europas größtes, alternatives christliches Musikfestival), das Freakstock eben zu sich zu holen. Schnell hatten sich Bands und Location gefunden und so startete es vor drei Jahren mit rund 1000 Besuchern in die erste Auflage. Damals war nicht klar, ob es sich zu einer Festivalreihe entwickelt, oder nur ein einmaliger Ausgleich zum Freakstock ist. Aber der Zuspruch war hoch und auch wenn die Planung und Organsiation besonders in den ersten beiden Jahren für die ehrenamtlichen Helfer eine große Herausforderung war, ging es in die nächste Runde. Und es lohnt sich.

Es geht nicht nur um Musik, sondern um Gemeinschaft.

Jedes Detail auf dem Festivalgelände ist mit so viel Liebe gestaltet und dekoriert. Egal ob chillen auf den alten Sofas im Zelt, Deep-Talk in der mit Lichterketten ausgehangenen Höhle oder runterkommen im Shisha-Zelt: Wohlfühlen steht an erster Stelle. Morgens, nachdem du lang und gut in deinem Zelt, welches auf einem der Felder mitten im Grünen steht (und wenn du Glück hast, hörst du die Schafe des Bauern) ausgeschlafen hast, die reine Landluft riechst und dich gestärkt hast, erwarten dich unzählige kreative Angebote. Neben Gottesdiensten und christlichen Workshops, kannst du auch bei einer Runde Yoga oder Windlichter basteln entspannt in den Tag starten. Beim Beziehungsworkshop „Topf sucht Deckel“ konnte unsere bindungsphobische Generation einiges dazu lernen: „Diesmal ging es um Kriterien der Partnerwahl und das man sich klar werden sollte, was man von seinem Partner erwartet“, erzählt Workshopleiter Thomas Drossel, welcher bereits seit 30 Jahren mit seiner Frau verheiratet ist und weiß: „Damit eine Partnerschaft funktionieren kann, muss man auch bereit sein, sich zu verändern“. Zu deep? Dann einfach zum Einrad-fahren-lernen Kurs.

Zu Indie, Funk, Rock, Tech oder Drum ́n ́Bass kannst du Nachts an drei verschiedenen Bühnen dein Tanzbein schwingen, trinken, quatschen – Spaß haben. Eine gute Zeit zu haben steht an erster Stelle und dazu ist es den Veranstaltern wichtig, dass bestimmte Werte verinnerlicht werden: „Wir haben uns die Zeit genommen, unsere Werte genauer zu definieren und darüber nachzudenken, welche Philosophie hinter uns steht“, erklärt Stefanie Mittelbach. Dazu zählen unter anderem „no hate“, was ausdrücklich gegen jegliche Art von Diskriminierung spricht oder auch „Do it yourself“, was bedeutet, dass man Dinge selbst macht.

Es ist ein christlich geprägtes Festival, bei dem jeder willkommen ist, der die gemeinsamen Werte teilt. Das ist unabhängig davon, welcher Religion oder Glaubensrichtung man angehört, wie Stefanie Mittelbach noch einmal klarstellt: „Wir wollen eine Gegenwart schaffen, für Dinge die schön sind und eine gemeinsame Werte-Basis haben. Das bedeutet nicht, dass es deswegen aufdringlicher wird.“

Das nächste homeward-Festival findet vom 02.-05.07.2020 statt. Weitere Infos findest du hier.

Unsere Release-Party!

Hip-Hop-Party Chemnitz

Für alle Neulinge hier, heißt es von uns erstmal:
„welcome everybody to the wild, wild K.M.S.
A state that’s untouchable like Elliot Ness.“ 😉

Die von euch die hier schon länger am Start sind wissen ja:
„We keep spending most our lives
Livin‘ in a gangsta’s paradise.“ 😎

Deshalb feiern wir natürlich auch den Release unserer ersten Ausgabe und wollen mit euch entsprechend abgehen! Dazu beamen wir euch direkt aus der Zukunft zurück in die 1990’er – straight outta Crimenitz an die East Coast, zur West Coast und dann wieder in die Gegenwart. Dirty D und CYL nehmen euch mit auf eine wilde Zeitreise durch den Hip-Hop voller Boom-Bap Vibes und ein bisschen lelele on top. 😁😳

In diesem Sinne – Hip-Hop For Future! Auf eine Nacht, in der Chemnitz zum Sunshine-State wird, voller neuer Connections, Matches und einer Brise Nostalgie…mehr wird noch nicht verraten. 😉

Auch wieder mit am Start: Unser Juicy-Shot-Special! 🍌🍓🍋💦
Dazu zieht ihr am Eingang zieht eine Halle-Galli Karte, wenn Ihr euer Äquivalent (die gleiche Frucht) auf der Party findet und eure Karten zusammen an der Bar zeigt, kriegt ihr jeder einen Shot umsonst!

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