Bunte Erde – der interkulturelle Garten

Text und Bilder: Katha von Sterni

Ein warmer Sommertag, sanfter Wind, zwei Kinder spielen mit selbst gebauten Schwertern aus Ästen und eine Dame erntet Radieschen. Als wir am späten Nachmittag den Garten betreten, wartet Mohammed schon auf uns.

Er selbst ist vor drei Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen. Direkt bei der Erstaufnahme-Station nach seiner Flucht erzählte ihm jemand vom „Bunte Erde“ Gartenprojekt und er war sofort begeistert von der Idee. Über kleinere Gartenfeste und Grill-Abende in dem Garten knüpfte er schnell die ersten Kontakte. Heute ist er selbst ein aktives Mitglied und gestaltet das Garten-Leben liebevoll mit.

Manchmal veranstaltet er mit den anderen Mitgliedern zusammen Koch- und Grillfeste in dem Garten und ab und zu finden dort auch Workshops statt. Letztens wurde zum Beispiel Kräuter-Seife hergestellt und Duftsäckchen geschnürt. Was gerade so los ist, wird immer auf der Website und auf Facebook geteilt. Der Garten versteht sich generell als Ort der Begegnung und des Austauschs verschiedener Kulturen. Und wie kann man andere Kulturen besser kennen lernen, als durch gemeinsames Gärtnern, Pflanzenkunde und Kochen?!

Neben dem eigenen Beet gibt es auch Gemeinschaftsflächen, die von allen gemeinsam gestaltet werden können. Hierbei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. So ist schon ein Insektenhotel, ein Bienenstock, ein selbstgebautes Zelt aus Stöcken, ein Sandkasten u.v.m. entstanden. Besonders schön und einzigartig fanden wir den Weg, der an den Beeten entlangführt. Dieser ist mit bunten Mosaiken gepflastert, die bei einem Workshop mit Kindern gestaltet wurden.

Der Garten ist Teil des Integrationsnetzwerks in Chemnitz und steht mit vielen Einrichtungen der Migrantenarbeit in Kontakt. Das ca. 2000 Quadratmeter große Grundstück wird dafür von der Stadt zur freien Verfügung gestellt. Es liegt am unteren Kaßberg in der Franz-Mehring-Straße 39. im Hinterhof eines Häuserkarrees. Für 2,50€ den Quadratmeter, kann man sich ein Stückchen Erde mieten und nach Belieben bepflanzen. Der Verein zählt aktuell rund 35 Mitglieder, einige teilen sich auch ein Beet und man hilft sich gegenseitig, wenn mal weniger Zeit ist.

Nach unserem Besuch in dem Garten haben wir uns total glücklich und entspannt gefühlt. Es war wie als wäre man kurz in einer anderen Welt gewesen und wir überlegen schon, uns einen RABBAZ-Garten zu mieten. Da werden dann natürlich erst mal Kakaobohnen und Wein angebaut! 😉

In Chemnitz gibt es einige dieser offenen Gartenprojekte. Auf dem Sonnenberg kann man sich zum Beispiel der Gartenutopie anschließen und im Schlossviertel gegenüber der Zukunft gibt es den Kompott – Garten. Also an alle grünen Daumen und die die es werden wollen – lets fetz!

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